Porträt: FC Bayern München


FC Bayern: Mia san mia

„Mia san mia!“ Es braucht nicht mal mehr eine Kampfansage an die Konkurrenz. Seit 43 Spieltagen ist der FC Bayern jetzt in der laufenden Fußball-Bundesligasaison (2013/2014) ungeschlagen. Wirft mit 13 Punkten Vorsprung auf Verfolger Leverkusen und 17 Punkten auf Borussia Dortmund Schatten für die früheste Meisterschaft aller Zeiten voraus.

Im Fokus: der FC Hollywood

Und doch wollen viele die Überlegenheit der Münchner nicht einfach so hinnehmen: „Da geht doch jegliche Attraktivität der Liga verloren, wenn der FCB schon beinahe in der Hinrunde als ewiger Meister feststeht! Wo bleibt denn da der Wettbewerbsgedanke für die übrigen Vereinsmannschaften? Und die Transferpolitik geht doch auch immer zu Lasten der finanziell schwächer gestellten Vereine!“ Ganz egal was der deutsche Rekordmeister anstellt. Anlass für hitzige Debatten und Spekulationen gibt es unter den generischen Fans immer reichlich.
Auf den Punkt gebracht: Entweder man liebt diesen Verein oder man hasst ihn. Im „Focus“ wird dieser europäische Topklub jedoch immer stehen. So viel weiß auch Helmut Markwort- Aufsichtsratsmitglied und Herausgeber des Nachrichtenmagazins Focus. Sportlich und wirtschaftlich will/wird sich der Klub im nächsten Jahrzehnt in der europäischen Elite dauerhaft etablieren. Man wird also künftig gar nicht darum herumkommen sich mit dem Phänomen Bayern auseinanderzusetzen.

Das ist doch nur der FC Bayern

Bis jetzt gelingt ihm das ja schon ganz hervorragend. Dafür sprechen nicht nur die 432 Millionen Jahresumsatz sowie die 14 Millionen Euro Gewinn im vergangenen Jahr. Rund 150 000 Mitglieder stehen hinter dem Verein mit seinem typisch rot weiß blauen Bayern Emblem. Jedes Wochenende fiebern in der seit 2002 errichteten Allianz Arena ca. 71 000 Fans (71 537 Plätze) bei den Heimspielen mit. Sponsoren (Audi) und hochrangige Persönlichkeiten aus Politik (Edmund Stoiber), Wirtschaft (Helmut Markwort) und Sport (adidas Chef Herbert Hainer) scharen sich um den erfolgsverwöhnten Verein. Sie alle versuchen ihren Beitrag zu leisten, um den hohen Erwartungen der Vereinsspitze gerecht zu werden.

„Flasche noch nicht leer!“

Vom natürlichen Ehrgeiz angestachelt, ist also keine legendäre Wutrede („Was erlauben Strunz, ware schwach wie eine Flasche leer!“ eines Giovanni Trapattoni mehr nötig, um den Verein nach vorne zu peitschen. Torwart Titan Oliver Kahn muss keine akrobatische Beingymnastik (gestreckter Fuß gegen Dortmunds Stephane Chapuissat) mehr vollziehen, um seinen Erzrivalen BVB auszuschalten. Jürgen Klinsmann muss nicht mehr die Tonne treten. Bayern kann es sich auch ohne diese „Aktionen“ leisten Rekordtransfers (Javier Martinez mit 40 Millionen Euro als teuerster Bundesligatransfer) zu tätigen. Karl- Heinz Rummenigge muss auch keine Gedichte mehr aufsagen, um die Mannschaft zu neuen Höhenflügen zu motivieren Nach dem Triple Sieg unter Welttrainer Jupp Heynckes (2013) hat die Mannschaft eindrucksvoll unter Beweis gestellt, welche Qualitäten in ihr stecken.
Nichts als nur (den) Titel

Irgendwann einmal als Titelaspirant von der Bildfläche zu verschwinden, geschweige denn ins graue Mittelmaß abzurutschen (Vizemeister; Vizepokalsieger und Vize Champions League Sieger 2012) abzurutschen, wäre nicht nur für Vereinspräsident Uli Hoeneß undenkbar. Stattdessen ist es schon die Pflicht eines jeden Bayernspielers an die bisherigen Erfolge anzuknüpfen:

 23 x Deutscher Meister
 16x DFB Pokalsieger
 3x Champions League Sieger
 1x Europapokalsieger der Pokalsieger
 2x Weltpokalsieger
 4x Deutscher Superpokalsieger
 6x Ligapokalsieger
 3x Europapokalsieger der Landesmeister

Wie es soweit kommen konnte: FCB Historie

Proteste gegen die Philosophie des Vereins sind an dieser Stelle unangebracht. Hätte es jedoch vor 113 Jahren diesen Protest nicht von elf Fußballspielern des MTV 1879 Münchens gegeben, wäre der FC Bayern wohl nie entstanden.
Sie setzten sich wagemutig gegen den Beschluss Ihres Vereins in der Hauptversammlung zur Wehr. Dieser sah nämlich nicht vor, sich der MTV 1879 München durch den Beitritt in ein entsprechendes Gremium der Förderung des Ballsports verschreibt.
Damit läutete unter der Führung von Franz John am 27 Februar 1900 in der Schwabinger Gaststätte Gisela die Geburtsstunde des FC Bayern. Damals ahnte natürlich noch keiner, welche weit reichenden Folgen dieser Protest einmal haben sollte. Von sportlicher Dominanz konnte Anfang des 20 Jahrhunderts schließlich noch keine Rede sein. Die Deutsche Meisterschaft mit ihrem Turniercharakter teilten sich damals noch Fürth und Nürnberg. Nur selten verirrten sich die Münchner in die Endrunde (1926 erstmalig).
Als mit der ersten offiziellen Deutschen Meisterschaft (1932) sich der Erfolg dann einzustellen begann, versetzten die Nationalsozialisten dem Verein in ihrer sportlichen Entwicklung einen gewaltigen Dämpfer. Zwar konnte Bayern lange Zeit der Übernahme durch nationalsozialistische Funktionäre widerstehen.
Als „Judenklub“ (aufgrund des damaligen jüdischen Präsidenten Kurt Landauer und Trainers Dombi) verschrien, taten die Nazis jedoch alles, um die sportliche Entwicklung und das Ansehen des Vereins zu untergraben. Mit ihrem weite geflochtenen Netzwerk zum DFB ein Kinderspiel für das „braune Regime“.

Bayern in der Bundesliga

Das goldene Zeitalter der Bayern brach dann erst mit Gründung der Bundesliga an. 1956 noch das erste und einzige Mal abgestiegen in die 2 Liga, starteten sie in der Bundesliga eine furiose Aufholjagd.
1972 stellte Bayern drei Rekorde auf, die bis heute ungeschlagen sind:

a) 101 Tore in 34 Bundesligaspielen
b) Gerd Müller schießt 40 Tore in einer Bundesligasaison
c) Der höchste Bundesligasieg der Bayern: 11.1 gegen den BVB

Jeder wollte den Stars des FC Bayern plötzlich ganz nah kommen. Jeder sammelte Paninibildchen von Gerd Müller; Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß, Paul Breitner.
Denn wer erinnert sich nicht noch gern an die großen Namen der Bayernstars, die Deutschland als Fußballnation berühmt gemacht haben.

Allianz-Arena-München

 

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